Allgemeines

Warum Hochwasserschutz?

Die Gemeinden der „St. Georgener Bucht” sind aufgrund ihrer Lage im Schnittpunkt von Donau und Gusen immer wieder von Hochwasserereignissen betroffen, wobei beide Gewässer zu Überflutungen führen können.  Insbesondere die Ortsteile Abwinden (Gem. Luftenberg), Langenstein, Gusendorf (Gem. Langenstein) sowie das südliche St. Georgen sind immer wieder von Hochwässern beider Flüsse betroffen.  Eigentlicher Anlass für den Beginn von Überlegungen zur Verbesserung der Hochwassersituation war das Augusthochwasser 2002, welches in den betroffenen Gemeinden beträchtliche Schäden verursacht hat.

Hochwasserereignisse:

haus1Das August-Hochwasser 2002 ist das Zweitgrößte der letzten
100 Jahre und entspricht mit einer Wasserführung von rd. 9.500 m³/s
etwa einem 30-jährlichen
Ereignis.

 

St. Georgen, Brücke über die Gusen

St. Georgen, Brücke über die Gusen bei Hochwasser

 

Aufgabenstellung 

Aufgabe der Planung ist es, ein Einreichprojekt samt den erforderlichen materienrechtlichen Unterlagen zu erarbeiten, mit dem Ziel, positive Bewilligungsbescheide zu erwirken. Es sind konkrete Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Hochwassersituation unter Berücksichtigung der betroffenen Fachdisziplinen (Ökologie, Raumplanung, Land- und Forstwirtschaft, Grundwasser usw.) aufzubereiten und bei der zuständigen Behörde in Perg einzureichen.

Neben den rein technischen und finanziellen Belangen schlagen sich auch andere Komponenten, wie die Abstimmung mit den Sachverständigen, Verfügbarkeit von Grundstücken, Durchsetzbarkeit bei der Bevölkerung usw. nieder.

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Die Bearbeitung umfasst zunächst eine generelle Bestandsaufnahme und Beschreibung des derzeit zu erwartenden Überflutungsgeschehens mit Analyse der vorherrschenden Hochwasserproblematik. Aus den daraus abgeleiteten Problemkreisen ergeben sich dann Lösungsansätze, die die Grundlage für die weitere Bearbeitung darstellen.

Weiters werden mögliche Auswirkungen als Folge der geplanten Maßnahmen untersucht, wobei speziell auf die Veränderungen der Strömungsverhältnisse im Hochwasserabflussraum sowie auf die Auswirkungen auf Unter- und Oberlieger eingegangen wird.

Daneben werden mögliche Veränderungen der Grundwasserverhältnisse beleuchtet, ökologische Einflüsse berücksichtigt und die Anliegen der betroffenen Bevölkerung (Landwirte) eingebunden.

 

Projektbereich

Das Bearbeitungsgebiet wird als „St. Georgener Bucht” bezeichnet und umfasst die Gemeinden Luftenberg, St. Georgen und Langenstein.
Der eigentliche Projektbereich erstreckt sich nördlich der LB3 (Donaubundesstraße) von der Ortschaft Abwinden zum südlichen Siedlungsgebiet
von St. Georgen und weiter von Gusendorf bis zum südlichen Ortsteil von Langenstein.

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Demnach können folgende Planungslose definiert werden:

  • Planungslos LANGENSTEIN
  • Planungslos GUSENDORF
  • Planungslos ST. GEORGEN
  • Planungslos ABWINDEN

 

Problematik des Hochwassergeschehens

Problembereiche:

Hinterlandentwässerung

  • Wasseranfall (Oberflächenwasser, Grundwasser)
  • Ableitung und Beseitigung
  • Pumpwerke
  • keine Verschlechterung zum Ist-Zustand

Räumliche Situation

  • beengte Verhältnisse in Langenstein
  • Ortsstruktur Gusendorf (Einzelobjektschutz)

Ökologie

  • Biotop Langenstein
  • Mayrhausbach 

Kanalisation

  • Sammelkanäle
  • Regenüberläufe samt Ableitungen 

 

Ausbaugrundsätze

Gemäß den derzeit gültigen Richtlinien ist der Hochwasserschutz für besiedelte Flächen auf ein Ereignis mit 100-jährlicher Auftrittswahrscheinlichkeit auszulegen. Dies kann in jenen Bereichen des Überflutungsgebietes, die genügend Platz bieten, mit relativ geringem technischen Aufwand verwirklicht werden. Hier sind dammartige Erdbauwerke geplant. In räumlich beengten Verhältnissen (z.B. im Osten von Langenstein) sind nur schmale Schutzbauwerke möglich.

Für eine funktionierende Hinterlandentwässerung (= Entwässerung des geschützten Bereiches) sind ebenfalls entsprechende Maßnahmen wie Ableitungsgräben, Drainagen, Absperrbauwerke und Pumpwerke erforderlich. Ohne diese Maßnahmen würde es bei Niederschlagsereignissen im Hinterland zu indirekten Überflutungen kommen, was jedenfalls zu verhindern ist.

Die Problematik des Grundwasseranstieges innerhalb des Polders stellt, wie bei fast allen derartigen Projekten, einen wesentlichen Faktor dar. Ein durchgehender dichter Abschluss des Schutzbauwerkes gegen den Grundwasserstauer hin wird wegen der wasserwirtschaftlichen Nachteile (Abtrennung des Grundwasserstromes zum Vorfluter) und des damit verbundenen Aufwandes (Grundwasserbewirtschaftung) nicht in Erwägung gezogen. Für die Beherrschung der Grundwasserproblematik sind daher entsprechende Lösungen zu suchen und diese intensiv mit der betroffenen Bevölkerung zu kommunizieren.

Auwälder und tiefliegende unbebaute Flächen in Flussnähe sollen aus hydraulischer und ökologischer Sicht auch weiterhin der Überflutung ausgesetzt bleiben. Gegebenenfalls sind Widmungen zu überdenken und der Tausch von Flächen vorzunehmen.

Auf Flächen, wo keine Bebauung besteht, jedoch auf Grund der Widmung eine höhere Wertigkeit gegeben ist, kann auch eine Geländehebung größerer Areale sinnvoll sein. Die Höhenlage der Dämme richtet sich nach den zukünftig zu erwartenden HW100-Spiegelhöhen, wobei eine zusätzliche Sicherheitshöhe von 0,5 m berücksichtigt wird.

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Projektteam

Ingenieurbüro Dr. Lang ZT-GmbH / Hydroconsult GmbH

Die Planungsleistungen in der Ausführungsphase und die örtliche Bauaufsicht werden von folgenden Büro erbracht.

Projektleitung:
Ingenieurbüro Dr. Lang ZT-GmbH    -    DI Jörg Huber

Bauüberwachung:
Ingenieurbüro Dr. Lang ZT-GmbH    -    DI Adalbert Haydn

Ausführungsplanung:
Hydroconsult GmbH     -    DI Thomas Scaria

Statik:
IKK Kaumann-Kribernegg ZT GmbH    -     DI Wolfgang Gatternig

Vermessung:
DI Kolbe - DI Grünzweil ZT GmbH     -      DI Heinz Grünzweil

Ökologie und Landschaftsplanung:
Freiland Umweltconsulting ZT-GmbH    -    DI Oliver Rathschüler, Dr. Mag. Judith Drapela-Dhiflaoui, DI Bernhard Wratschko

Elektrotechnik und Maschinenbau:
ETS Salzmann     -     Ing. Harald Zeller

Externe Planungsbeteiligte:

Hydraulik:
Ziv. Ing. Lohberger-Thürriedl-Mayr

Geotechnik:
Moser-Jaritz ZT-GmbH     -
     Mag. Dr. Günter Moser